1993-2013

die madonna von comino oder auch der segna

Eine Stunde von Comino entfernt, auf einer Höhe von 1176 m ü. M., befindet sich auf einer grossen Wiese voll von kleinen Berghütten ein kleines Oratorium. Dort kann man ein schönes Freskogemälde des 17. Jahrhunderts besichtigen, welches die Maria mit ihrem Kind Jesus darstellt.
Einmal pro Jahr wird am Sonntag nach der Heimsuchung auf der Wiese vor dem Oratorium ein katholisches Fest gefeiert, und viele Leute strömen aus den verschiedensten Regionen herbei um daran teilzunehmen.
Bis zum heutigen Zeitpunkt verfügt man über keine einzige schriftliche Urkunde, die uns den Grund des Baus dieses Oratoriums erklären könnte. Dennoch denkt man, dass diese Konstruktion aus den Jahren 1450-1500 stammt, also aus einer Zeitspanne in der unsere Vorgänger überzeugt waren, dass Gott durch wunderbare Kundgebungen ihren katholischen Glauben verstärken wollte, damit sie dem aufdringlichen Protestantismus aus dem Weg gehen konnten.
Man erzählte sich von Generation zu Generation die Geschichte einer jungen Hirtin, die sich einst auf der obengenannten Wiese mit ihrer Schafherde befand. Als die Frau wie gewohnt betete, wurde sie plötzlich durch ein melodisches Konzert erschüttert. Sie schaute auf und sah wie Maria, umgeben von vielen Engeln, sich ihr näherte und sie auf göttliche Art aufforderte sich zu erheben.
Die himmlischen Erscheinung zeigte ihr in unmittelbarer Nähe ein Bild auf dem sie, Maria, abgebildet war, ein Bild, dass niemand zuvor bemerkt hatte. Hier « sagte sie der jungen Frau, soll dieses Bild bleiben, denn an dieser Stelle möchte ich geehrt werden. Sag deinen Leuten, sie sollen eine Unterkunft bauen, und ich werde von hier aus über diese Täler wachen. Die, die mich an dieser von mir ausgewählten Stelle verehren, werden in mir eine barmherzige Mutter und Richterin finden » und sie verschwand.
Die Leute von Verdasio waren von diesem Ereignis zutiefst gerührt, und um die heilige Maria besser ehren zu können, brachten sie ihr Ebenbild dreimal ins Dorf. Doch das Bild gelangte jedesmal wieder auf mysteriöse Weise an dieselbe Stelle, wo es das erstemal von der Hirtin erblickt worden war. Deshalb wurde dort im nachhinein eine Kapelle gebaut, die später durch das heute bestehende Oratorium ersetzt wurde. Auf dem Hauptaltar, inneralb des Gebäudes wurde, wie schon erwähnt, im 17. Jahrhundert. ein Freskogemälde des ursprünglichen Bildes der Maria gemalt. Viele Opfergaben, die das Oratorium schmücken, beweisen wie stark die Gläubigen der Anwesenheit und dem Eingriff Marias seit längster Zeit Vertrauen schenken. 1885 schrieb Nicola Creinonini aus Melano, Pfarrer von Borgnone und Finanzverwalter, einen kleinen Band, der Gebete und Lieder beinhaltet, die er der Maria widmete.